Die gelbe Wand

Der Signal Iduna Park in Dortmund, auch bekannt unter seinem ursprünglichen Namen Westfalenstadion, ist mit einer Zuschauerkapazität von 81.360 das größte Fußballstadion Deutschlands. Das beeindruckendste Merkmal dieses Fußballtempels, in dem Borussia Dortmund seine Heimspiele austrägt, ist die Südtribüne, besser bekannt als “gelbe Wand” oder “The Yellow Wall”.
Abgesehen vielleicht von “The Kop”, der legendären Tribüne im Stadion des FC Liverpool an der Anfield Road, gibt es wohl keine Tribüne eines Fußballstadions, über die so häufig und so viel gesprochen wird.

25 000 Gelbe bvb Unterstützer

Ihren Spitznamen hat diese beeindruckende Stehtribüne aufgrund ihrer exorbitanten Größe, des steilen Anstiegs der Tribüne und nicht zuletzt natürlich den 24.454 BVB-Fans, die mit ihren schwarz-gelben Fahnen und Kleidungsstücken das Bild des Stadions an Spieltagen prägen. Es gibt keinen offiziellen Urheber dieses Namens, doch beim Anblick der Südtribüne, wie sie sich steil und majestätisch hinter dem dagegen winzig wirkenden Tor erhebt, legt Vergleiche mit einer Wand nahe. Besonders lange existiert dieser Begriff zwar noch nicht, aber ob “die gelbe Wand”, “el muro amarillo” oder “The Yellow Wall” – der passende Spitzname verbreitete sich schnell über die ganze Welt.

Die gelbe Wand – berühmt außerhalb Deutschlands

“The Yellow Wall” – dieser Name ist auch außerhalb von Deutschland bekannt und beeindruckt Fußball- und Architekturfans weltweit gleichermaßen. Die Südtribüne die größte Stehplatztribüne Europas, 100 Meter breit und 40 Meter hoch. Die mehr als 24.000 Menschen, die dort Platz finden, sind mehr, als in die gesamten Stadien von Klubs wie dem SC Freiburg oder Darmstadt 98 hineinpassen. Die meisten dieser Fans sind Dauerkarteninhaber, weshalb man sich auf der “Süd”, wie die Tribüne auch einfach kurz genannt wird, untereinander kennt und schätzt. Wer als BVB-Fan eine Dauerkarte für einen Platz an der gelben Wand besitzt, gibt diese sicher nicht wieder her.
Doch “The Yellow Wall” ist nicht nur ungewöhnlich groß, die Tribüne ist auch ungewöhnlich steil. Die enorme Steigung von 37 Grad ist wohl der Hauptgrund dafür, dass man irgendwann begonnen hat, die Südtribüne als “Wand” zu bezeichnen.

Die gelbe Wand
The Yellow Wall war jedoch nicht immer die größte Stehtribüne Europas. Sie war immer schon groß, bot jedoch ursprünglich nur etwa halb so vielen Zuschauern Platz wie heute. Bei der Eröffnung des Westfalenstadions im Jahr 1974, pünktlich zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, hatte das gesamte Stadion eine Kapazität von 54.000. Damals fanden also 27.000 Menschen weniger Platz im Dortmunder Fußballtempel als heute. Der große Umbau erfolgte erst in den 1990er Jahren, zwischen 1995 und 1999, als der BVB auch sportlich nach längerer Durststrecke wieder große Erfolge feiern durfte. Angespornt von den deutschen Meisterschaften 1995 und 1996 sowie dem sensationellen Gewinn der Champions League 1997, baute man in Dortmund das Stadion gewaltig aus um den immer zahlreicher erscheinenden Fans Platz zu bieten. Doch während auf der gegenüberliegenden Nordtribüne ein Oberrang mit Sitzplätzen errichtet wurde, entschied man sich dafür, die Südtribüne zwar zu vergrößern, aber ohne die Einrichtung von Sitzplätzen. Das Ergebnis ist eine riesige Stehtribüne mit nur einem einzigen Rang, auf der mehr Menschen ihren Lieblingsverein anfeuern können als auf jeder anderen vergleichbaren Tribüne Europas – The Yellow Wall.

Die gelbe Wand – der 12. Spieler von bvb

Bei den Spielern von Borussia Dortmund ist die Süd natürlich sehr beliebt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, zu was für einer Unterstützung die vielen dort stehenden, treuen BVB-Fans in der Lage sind. Zumeist spielt der BVB in der zweiten Hälfte auf das Tor vor der gelben Wand, was bei den 25.000 für zusätzliche Spannung und umso fanatischere Stimmung sorgt.
Bei gegnerischen Spielern ist die gelbe Wand allerdings mindestens ebenso gefürchtet, wie bei Dortmundern beliebt. Auf die Frage, ob er an Spielen bei Borussia Dortmund mehr die Spieler oder den Trainer fürchte, antwortete der ehemalige Star des FC Bayern, Bastian Schweinsteiger, einmal, es sei die gelbe Wand, vor der er am meisten Angst habe.
the yellow wall
Ob man als Fan auf der Tribüne oder als Spieler auf dem Platz steht – die Wirkung der gelben Wand wird von allen, die sie jemals erleben durften, als absolut beeindruckend beschrieben. Sie ist ein Stück Identität für den BVB und alle seine Fans und macht den Signal Iduna Park zu einem der spektakulärsten Fußballstadien der Welt. Besonders englische Fußballfans eigen sich oft beeindruckt von der Tribüne, die sie “The Yellow Wall” nennen. Wenn man sich der Meinung der großen britischen Tageszeitung “The Times” anschließt, ist der Signal Iduna Park sogar das beste Fußballstadion der Welt – diese Ehre hat es sicherlich zu einem großen Teil seiner fantastischen Südtribüne “The Yellow Wall” zu verdanken.

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