Die Geschichte von Borussia Dortmund Teil 1909 – 1963

Die Grundlage von BVB Dortmund

Diesen Hinweis ausblendenDer Ballspielverein Borussia 09 wurde im Jahr 1909 von 50 Männern in einem Dortmunder Wirtshaus gegründet. Heute ist der BVB mit über 145.000 Mitgliedern der viertgrößte Sportverein der Welt.

Die Gründer des BVB Dortmund waren junge, fußballbegeisterte Männer, die Mitglieder in der katholischen Jünglingssodalität “Dreifaltigkeit” waren. Die Dreifaltigkeitsgemeinde, der die Sodalität angehörte, hatte ihren Sitz in unmittelbarer Nähe des Borsigplatzes in Dortmund, der noch heute ein wichtiger Ort für alle BVB-Fans ist. 1909 wollten die jungen Sportler sich jedoch von der Kirche lösen und gründeten daher einen unabhängigen Sportverein. Dieser verfügte zu Anfang sowohl über eine Fußball- als auch über eine Leichtathletikabteilung. Das Augenmerk des BVB lag jedoch von Beginn an immer auf dem Fußball.

Sein erstes reguläres Fußballspiel bestritt der BVB Dortmund dann am 15. Januar 1911, die Mannschaft konnte den VfB Dortmund mit 9:3 schlagen. Die Dortmunder spielten damals jedoch noch nicht in den berühmten modernen Vereinsfarben schwarz und gelb, sondern in blau-weiß gestreiften Trikots und schwarzen Hosen.
Zum Beginn der Saison 1911/1912 stieg der BVB in den Ligabetrieb ein, in der damals untersten Liga, der sogenannten C-Klasse. Man wurde auf Anhieb Tabellenerster und stieg in die B-Klasse auf. 1912 schlossen sich drei weitere Dortmunder Vereine dem BVB an und im Februar 1913 änderte der Verein seine Farben und die Spieler liefen erstmals in gelben Trikots auf. 1914 folgte der Aufstieg des BVB Dortmund in die A-Klasse, in der sie einige Jahre verblieben, obwohl die folgenden Spielzeiten wegen des in Europa wütenden 1. Weltkrieges ausfielen. Nach dem Krieg errichtete der WSV (Westdeutscher Spielerverband) die neue Bezirksklasse und der BVB spielte fortan wieder zweitklassig. In den 20er-Jahren verbrachten die Dortmunder nur eine Spielzeit, 1926/27 in der höchsten erreichbaren Liga. Der Verein war also noch weit von der Bedeutung entfernt, die ihm eines Tages in Deutschland und in Europa zukommen sollte.
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BVB Dortmund in Gauligen

1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Herrschaft über Deutschland und wie in jedem anderen Lebensbereich machte sich diese Umstellung auch im deutschen Fußball bemerkbar. Das Ligasystem wurde komplett überarbeitet und Deutschland in die 16 sogenannten Gauligen unterteilt. 1936 gelang dem BVB Dortmund der Aufstieg in die Gauliga Westfalen, die während der gesamten Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft vom FC Schalke 04, dem heutigen Erzrivalen des BVB, dominiert wurde. Zu einer Gaumeisterschaft reichte es für den BVB nie, zweimal, 1938 und 1942, sprang der zweite Platz heraus.
1937 wechselte der BVB Dortmund außerdem seine Spielstätte, das bisherige Stadion “Weiße Wiese” wurde abgerissen und der Verein zog vom Norden der Stadt in den Süden, trug seine Heimspiele in der Folge auf der “Kampfbahn Rote Erde” (heute Stadion Rote Erde) aus.

Erneuerung in Fußball-Westfalenliga

Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs spielte man schon recht bald wieder Fußball in Dortmund, das jetzt in der britischen Besatzungszone lag. Der BVB spielte nun in der neu gegründeten Westfalenliga, wo ihm 1947 der bis dato größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelang. Ein 3:2-Sieg gegen den sechsfachen deutschen Meister Schalke 04 im Finale um die Westfalenmeisterschaft wurde von den Dortmundern frenetisch bejubelt und markiert den Anfang der großen Erfolgsgeschichte des BVB Dortmund. In den folgenden drei Jahren gewann der BVB jeweils die Meisterschaft in der höchsten Spielklasse, die nun Oberliga West hieß und machte sich damit auch außerhalb Westfalens einen Namen, besonders nachdem die Mannschaft 1949 das Finale um die deutsche Meisterschaft erreichte. Auf den Gewinn der ersten Meisterschaft musste der BVB allerdings noch einige Jahre warten. Zu den Heimspielen der Borussia kamen damals regelmäßig um die 20.000 Menschen. In dieser Zeit, den späten 40er- und frühen 50-er Jahren begann mit zunehmendem Dortmunder Erfolg auch die große Rivalität zu Schalke 04.
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Tolle Ergebnisse in den 50er Jahren

1956 war es soweit: Der BVB schlug den Karlsruher SC im Endspiel im Olympiastadion von Berlin mit 4:2 und wurde erstmals deutscher Meister. Ein Jahr später wurde dieses Kunststück wiederholt, als man den Hamburger SV mit 4:1 im Finale schlagen konnte. Spätestens jetzt war der BVB Dortmund einer der größten Fußballvereine in Deutschland.
Durch die Gewinne der Meisterschaften qualifizierte sich die Borussia auch für den Europapokal der Landesmeister und durfte erstmals die Luft auf der großen internationalen Fußballbühne schnuppern. Man schied jedoch zwei mal hintereinander in der zweiten Runde des Wettbewerbs aus, gegen Manchester United und den AC Mailand.

Nachdem die 50er-Jahre für den BVB eher dürftig zu Ende gingen, wurde 1961 zumindest wieder das Endspiel um die deutsche Meisterschaft erreicht, in dem sich die Dortmunder jedoch dem 1. FC Nürnberg geschlagen geben mussten. Die 60er begannen mit vielversprechenden jungen Spielern wie Lothar Emmerich oder Timo Konietzka, die heute in Dortmund Legendenstatus genießen, was auch daher rührt, dass sie 1963, in der letzten Saison vor der Gründung der Bundesliga, sowohl das Endspiel um den DFB-Pokal erreichten als auch die dritte deutsche Meisterschaft für den BVB gewinnen konnten. In das Abenteuer der ersten einheitlichen deutschen Profiliga startete der BVB Dortmund somit als deutscher Meister.