Die Geschichte von Borussia Dortmund – 1963 bis heute

Als amtierender deutscher Meister war der BVB ein Favorit auf den Gewinn der neugegründeten Bundesliga. Die erste Saison schloss man jedoch nur auf dem vierten Platz ab. Besser lief es international: Im Europapokal der Landesmeister konnte die Borussia zum ersten Mal das Halbfinale erreichen.

Die Teilnahme am Landesmeisterpokal musste sich der BVB in den folgenden Jahren aus dem Kopf schlagen, da es trotz guter Saisons zu Anfang der 60er-Jahre lange nicht mehr zu einer deutschen Meisterschaft reichen sollte. Pokalerfolge blieben allerdings sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene nicht aus. 1965 gewann der BVB Dortmund zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal. Mit diesem Titel qualifizierte sich die Borussia für den Europapokal der Pokalsieger 1965/66. Dort besiegte man schließlich sensationell im Finale den großen FC Liverpool. Sigfried Held und Stan Libuda schossen die Treffer in diesem historischen Endspiel, das die Borussia mit 2:1 nach Verlängerung gewann. Damit war der BVB Dortmund die erste deutsche Mannschaft überhaupt, die einen Europapokalwettbewerb gewinnen konnte.

Die Saison 1967/68

Mit der Saison 1967/68 begann für den BVB eine Zeit der sportlichen Krise. Man belegte den 14. und ein Jahr später sogar nur den 16. Platz in der Bundesliga. Die Spieler, die noch am Anfang des Jahrzehnts große Hoffnung machten und auch sportliche Erfolge erzielen konnten, standen mittlerweile am Ende ihrer Karrieren und es rückten kaum vielversprechende junge Spieler nach. Es fühlte sich an wie das Ende einer Ära in Dortmund. In der Saison 1971/72 dann der Schock: Der BVB Dortmund, deutscher Meister von 1956, 1957 und 1963, kam nicht über den 17. Tabellenplatz der Bundesliga hinaus und stieg in die Regionalliga West ab.

Nachdem der direkte Wiederaufstieg nicht gelang, erreichte der BVB 1973/74, in seiner zweiten Saison in der Zweitklassigkeit, nur einen Durchschnitt von 8.900 Zuschauern für seine Heimspiele. Diese Zahl markiert einen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte. Der BVB wurde nur sechster in der Regionalliga. In der darauffolgenden Saison wurde die eingleise zweite Liga in Deutschland gegründet, in der Dortmund ebenfalls nur Platz sechs belegte. Das Jahr 1974 ist dennoch ein wichtiges in der Geschichte des BVB Dortmund, da der Verein zum zweiten Mal seine Spielstätte wechselte. Bezogen wurde das neu erbaute, damals 54.000 Zuschauer fassende Westfalenstadion.

Die zweite Saison im neuen Stadion brachte den ersehnten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Der Rest der 70er- und nahezu die gesamten 80er-Jahre waren von sportlichem Auf und Ab und größtenteils mittelmäßigen Bundesligaplatzierungen geprägt. 1978 erlitt der BVB die bis heute höchste Niederlage der Bundesligageschichte, als er sich Borussia Mönchengladbach mit 0:12 geschlagen geben musste. Nur vier Jahre später gelang dem BVB aber selbst ein rekordverdächtiger Sieg – ein 11:1 gegen Arminia Bielefeld.

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Der Abstieg

1986 konnte ein erneuter Abstieg knapp verhindert werden. Der BVB wurde sechzehnter und rettete sich über die Relegation gegen Fortuna Köln. In der nächsten Saison wurde die Borussia vierter und qualifizierte sich für den UEFA-Pokal. Die Stimmung in Dortmund glich der in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren, der BVB konnte viele junge Hoffnungsträger verpflichten, unter anderem Thomas Helmer und Andreas Möller. Die Tabellenplätze wurden einstellig und der BVB war Dauergast im UEFA-Pokal. 1989 durften Spieler des BVB Dortmund sogar erstmals seit 23 Jahren wieder eine Trophäe in die Luft recken: Den DFB-Pokal.

Unter dem 1991 verpflichteten Trainer Ottmar Hitzfeld gelang dem BVB Dortmund die Rückkehr an die Spitze des deutschen Fußballs. 1992 wurde man Vizemeister und 1993 erreichte der BVB das Finale des UEFA-Pokals. 1995 gelang es der Borussia dann endlich, erstmals die Bundesliga und somit den insgesamt vierten deuschen Meistertitel zu gewinnen. Stéphane Chapuisat, Karl-Heinz Riedle und Matthias Sammer waren prägende Spieler dieser Meistermannschaft, der es sogar gelang, den Tiel 1996 zu verteidigen. 1997 wurde der BVB nur dritter in der Liga, landete dafür jedoch international endlich den ganz großen Wurf. Im Finale der Champions League gelang dem zwanzigjährigen Lars Ricken das goldene Tor gegen Juventus Turin und der BVB setzte sich erstmals und als einer von nur drei deutschen Vereinen überhaupt die Krone des europäischen Vereinsfußballs auf.

Mit den Erfolgen stiegen auch die finanziellen Mittel des BVB Dortmund, weshalb um die Jahrtausendwende kräftig in internationale Spielerstars investiert wurde. Nach einigen Enttäuschungen wie Platz 10 und Platz 11 in den Jahren 1998 und 2000 gewann der BVB 2002 erneut die Meisterschaft. Außerdem erreichte man erneut das UEFA-Pokal-Finale, das abermals verloren wurde.

In den folgenden Jahren rutschte der BVB Dortmund wieder ins Mittelmaß ab und entging außerdem nur knapp einer Insolvenz. 2005 kam heraus, dass der Verein Schulden in Höhe von fast 100 Millionen Euro hatte. Die Vereinsführung wurde daraufhin neu geordnet und das Geschehen unter Präsident Rauball und Geschäftsführer Watzke beruhigt. Mit der Verpflichtung des Trainers Jürgen Klopp ging es dann ab 2008 auch sportlich wieder bergauf. Die erneuten Erfolge gipfelten im Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011 sowie des Doubles aus Meisterschaft und DFB-Pokal 2012.

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