VB gegen Rechtsextreme: Vorbildlich und führend im Kampf gegen Antisemitismus

Ebenso wie die Gesellschaft verstärkt mit antisemitischen Gruppierungen konfrontiert wird, macht auch der weltweite Fußball seine negativen Erfahrungen. Doch zum Glück gibt es Fußball-Vereine, die sich konsequent dagegenstemmen. Der vorbildliche Vorreiter in Sachen Kampf gegen Rechtsextremismus ist Borussia Dortmund. Wie stark die Wirkung eines engagierten Vereines sein kann…

Konsequenzen im und ums Stadion

Zuallererst zeichnet sich der BVB durch ein striktes Vorgehen gegen Rechtsextreme im und ums Stadion aus. So sind im Stadion bereits folgende Maßnahmen ergriffen:

 

  • Änderungen der Stadionordnung und der Ticketregularien: Für Antisemiten ist es nun schwerer, Gegenstände mit antisemitischen Inhalten und Charakteristika ins Stadion zu schmuggeln.
  • Strafen bei Verstößen: Wer gegen die strikten Auflagen verstößt, der wird mit einem Stadionverbot belegt. Diese Stadionverbote können sogar bundesweit ausgelegt werden.

Auch in den Medien machte Dortmund durch den Ausspruch vieler Stadionverbote auf sich aufmerksam.

Des weiteren ist ein wichtiger Punkt das Personal. Denn hier musste sich der BVB Vorwürfe gefallen lassen, wonach der Ordnungsdienst angeblich von Rechtsextremen unterwandert sei. Diese Vorwürfe widerlegte der BVB zwar, doch ergriff sogleich als Zeichen an die Gesellschaft Konsequenzen durch die Entlassung eines verdächtigen Mitarbeiters. Zudem stockte der deutsche Verein die Anzahl der Mitarbeiter im Ordnungsdienst durch knapp 800 externe Personen auf.

Zwei neue Fanbeauftragte bringen frischen Wind in den Laden!

Was dem BVB zugute kam im Engagement gegen den Rechtsextremismus, war der clevere Schachzug, zwei neue Fanbeauftragte ins Boot zu holen. Vor allem Daniel Lörcher machte direkt auf sich aufmerksam. So kam es zu diversen neu ins Leben gerufenen Aktivitäten, die ein 5-Säulen-Programm für eine ganzheitliche Aufklärung der Fans beinhalten.

Im Rahmen dieses Programms kommt der Erinnerungskultur eine große Bedeutung zu. Diesbezüglich finden regelmäßig Ausflüge zu Gedenkstätten statt und auch werden ehemalige Konzentrationslager besucht. Besonders Neugierige kommen voll auf Ihre Kosten, indem Sie gemeinsam mit Dortmunds Fanbeauftragten auf Spurensuche gehen können: In diesem Fall werden die Spuren der aus Dortmund Deportierten und in Auschwitz umgebrachten Menschen zurückverfolgt. Anhand ihrer Geschichten werden Besucher solcher Spurensuchen für die Thematik des Rechtsextremismus sensibilisiert.

Der frische Wind, den die neuen Fanbeauftragten bei Dortmund in den Laden brachten, kommt nicht von irgendwoher: Denn die beiden selbst gehörten lange der Fanszene an und sind mit vollem Elan bei der Sache.

Die Stiftung „leuchte auf“: Vielfältige Initiativen im Ruhrgebiet

Eine seit November 2012 existierende Stiftung des BVB trägt den Namen „leuchte auf“. Ziel ist dabei nicht nur der Kampf gegen Rechtsextremismus. Vielmehr ist „leuchte auf“ eine Initiative, die die verschiedensten gemeinnützigen Zwecke im Ruhrgebiet finanziell, materiell und ideell unterstützt. Geboren ist die Stiftung unter anderem aus dem Grundsatz, den Franz Jacobi in seiner Rolle als Vereinsgründer und Ehrenpräsident des BVB fein formulierte:

„Die Qualität eines Fußballvereins zeigt sich darin, wie er seinen sozialen Aufgaben gerecht wird.“

In diesem Sinne engagiert sich die Stiftung unter anderem auch bei Projekten wie „90 Minuten gegen Rechts“, bei denen die Jugendlichen für ein prosemitisches Leben begeistert werden sollen.

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