Heute werfen wir einen kleinen Blick auf die wohl größten Champions League Momente von Borussia Dortmund. Dabei schauen wir auf den bisher einzigen Titelgewinn 97 und das bittere Finale 2013. So unterschiedlich beide Spiele auch sind, so haben sie dennoch beide einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund.

Die Voraussetzungen zum ersten deutsch-deutschen Champions League Finale

Starten wir mit dem Finale 2013, welches zum ersten Mal in der Geschichte der Champions League zwischen zwei deutschen Teams ausgetragen wurde, dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Es war mehr als nur ein Champions League Finale, da die Borussia in den drei Jahren zuvor, den Bayern einige tiefe Wunden zufügen konnte. Ein Jahr vor diesem Champions League Finale, besiegte der BVB im Endspiel des DFB-Pokals die Bayern mit 5:2, außerdem verloren die Bayern ihr „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea.

Die Bayern, die in der Saison 2012/13 die Liga beherrschten und auch Pokal Sieger wurden, wollten das Triple unbedingt gewinnen, um die Machtverhältnisse wieder gerade zu rücken. Der BVB hatte den Bayern, nach zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg, in dieser Saison bisher wenig entgegen zu setzen.

Allerdings hätte der Sieg der Champions League die Rekordsaison der Bayern in den Schatten stellen können.

Spitzenspiel von Anfang bis Ende

Borussia Dortmund startete deutlich besser in die Partie als die Münchner und konnten sich einige gute Chancen verbuchen, die aber alle ungenutzt blieben Ab der 25. Minute bekamen dann die Bayern immer mehr Anteile vom Spiel und es Entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch. Zur Halbzeit gingen beide Teams mit einem gerechten 0:0 in die Kabine.

In der zweiten Hälfte waren dann die Bayern dominanter und gingen in der 60.Minute durch Mario Mandžukić mit 1:0 in Führung, der den Ball, nach Robben Vorarbeit, nur noch in das leere Tor schieben musste.

Doch nur acht Minuten später verwandelte Gündoğan, nach Foul an Reus, einen Elfmeter für die Borussia zum 1:1 und machte das Spiel in der 68.Minute wieder offen. Zwar gab es im Anschluss Chancen auf beiden Seiten, doch die Münchner erspielten sich die besseren Möglichkeiten.

In der 89.Minute sorgte dann Robben, der allein vor Weidenfeller auftauchte, mit dem 2:1 für die Entscheidung. Damit traf er alle schwarz-gelben Fans ins mitten ins Herz und krönte die Saison seiner Bayern.

Höhepunkt der schwarz-gelben Vereinsgeschichte und der Ära Hitzfeld

Nachdem der BVB zwei Jahre infolge die Deutschmeisterschaft unter Ottmar Hitzfeld gewinnen konnte, wurde in der Saison 96/97 der Champions League Titel angepeilt. Die Fokussierung auf diesen Titel hatte Auswirkung auf die Bundesliga, welche man nur auf dem dritten Platz abschloss. Doch dafür war man in der Champions League Souverän ins Finale eingezogen, wo der Titelverteidiger Juventus Turin, mit Spielern wie Zinedine Zidane, Christian Vieri und Alessandro Del Piero wartete. Dieses Turin war zu dieser Zeit die wohl mit Abstand beste Mannschaft der Welt und ließ dem BVB nur die Rolle des Underdogs.

Ein 21-jähriger macht sich unsterblich

Der Favorit aus Italien startete deutlich aktiver in die Partie, scheiterte allerdings an Stefan Klos oder dem Außennetz. In der 29.Minute stand dann aber Kalle Riedle goldrichtig und versenkte den Ball zum 1:0 im Netz des Favoriten. Die Turiner schienen nach dem Rückstand geschockt und so war es wieder Riedle der, nur fünf Minuten später, auf 2:0 erhöhte. Der erneute Treffer der Borussia wirkte dann aber wie ein Weckruf und Juventus spielte auf den Anschlusstreffer, der ihnen aber in der ersten Hälfte nicht gelingen wollte.

In der zweiten Halbzeit war der BVB in der Defensive gefordert und konnte nur wenig für Entlastung sorgen. So kam es, dass in der 65.Minute Del Piero auf 2:1 verkürzte und den Druck auf die Borussia erhöhte.

Dann kam der Moment für die Ewigkeit. Ottmar Hitzfeld wechselte den Doppeltorschützen Riedle, der sich schon in der ersten Hälfte den Zeh brach, gegen den erst 21-jährigen Lars Ricken aus. Es war die 71. Spielminute und Ricken gerade einmal 14 Sekunden auf dem Feld, als dieser aus 25 Metern den Ball über Peruzzi zum 3:1 ins Tor lupfte und sich unsterblich machte. Dieser Treffer markierte den Endstand, da Turin keine Antwort mehr auf diesen erneuten Rückschlag fand.

Damit waren die Dortmunder zum ersten Mal, 88 Jahre nach ihrer Gründung, die Könige Europas.